Strände an der toskanischen Küste – gewusst wo!


Strand ist nicht gleich Strand in der Toskana. Zum einen unterscheiden sie sich gewaltig in den Preisen pro Liege und Schirm und zum anderen in der Art der Leute und auch der Qualität der Strände, der eine ist sauberer als der andere oder auch nicht.  Meine Beobachtungen beziehen sich jetzt aber vorrangig auf die Hauptsaison Juli und August.

Fährt man z.B. nach Forte Dei Marmi an den Strand, so sieht man dort sicherlich hin und wieder eine italienische oder auch deutsche Berühmtheit im knappen Bikini oder Shorts herumlaufen, aber dafür muss man dann auch kräftig in die Tasche greifen.

Strand von Forte Dei Marmi vor der Hauptsaison im März

Strand von Forte Dei Marmi vor der Hauptsaison im März

Ein Stuhl (wohlbemerkt keine Liege!) mit Schirm für 1 Person kostet in Forte Dei Marmi am gesamten Strand zwischen 16 und 20 Euro pro Tag. Der Strand ist zwar sauber und schön, aber recht voll von „Möchtegerns“ und dazu kommt dann auch noch, dass das Wasser so flach ist, dass man kaum dort schwimmen kann, es sei denn, man „geht“ 100 Meter und weiter hinaus, wird dann aber vom Bademeister gleich wieder zurückgepfiffen. (Immer hin ein sehr attraktiver Bademeister 🙂 )

Der gesamte Strand von Forte Dei Marmi ist „privat“, d.h. man kommt dort nur ans Wasser und an den Strand, wenn man sich eine Liege oder einen Stuhl zu horrenden Preisen mietet, es gibt keinen Meter freien „öffentlichen“ Strand dort. Das muss man wissen!

Wenn Geld keine Rolle spielt, man die Nähe der Italiener und ihrer Familien liebt und „sehen und gesehen werden möchte“, dann ist man dort gut aufgehoben.

Anders ist es in der Ecke um Marina di Castagneto, Donoratico in Richtung Grosseto (Costa Etruria). Dort ist es zwar auch zur Hochsaison voll, aber es ist irgendwie entspannter. Es gibt auch zwischendurch immer ein freies Stück Strand, wo man sich auch ohne Liegen und Schirmen hinlegen kann, ohne etwas zu bezahlen.

Marina di Castagneto Carducci vor Saisonstart

Marina di Castagneto Carducci vor Saisonstart

Eine Liege mit Schirm für 1 Person kostet dort ca. 10 Euro (außer an den Wochenenden). Zum Baden ist es wunderschön, denn man kann gut schwimmen, ohne dass es dennoch zu tief oder zu flach ist und keiner pfeift einen aus dem Wasser.

In Marina di Castagneto Carducci sind jetzt besonders viele italienische Großeltern, die mit den Enkelkindern am Strand sind. Obwohl es touristisch ist, wirkt es aber nicht so.

In dem Ort haben viele Italiener aus dem ganzen Land – das hört man an den verschiedenen Dialekten – ihre Ferienwohnung und die nutzen in den 3 Monats-Schulferien dann meist Oma und Opa mit den Enkeln. Die Eltern kommen dann immer am Wochenende nach, weil sie während der Woche arbeiten.

Es ist immer noch so, dass fast alle Italiener im August ihre Ferien nehmen, da dann viele Firmen schließen und weil es einfach tradition ist (Ausserdem lieben es die Italiener ja auch, wenn es voll ist und man mit allen reden kann 🙂 ).

Daher kümmern sich eben in den anderen Sommerwochen die Großeltern liebevoll um die Kleinen. Die Stimmung ist super entspannt und lustig am Strand, alle reden miteinander, spielen, tauschen Rezepte aus und und und…. aber von 12.30  –  bis 16.00 Uhr ist es plötzlich herrlich ruhig, dann gehen sie nämlich alle Essen,  und das ist heilig und herrlich!

Kitesurfer am Strand von Marina di Castagneto

Kitesurfer am Strand von Marina di Castagneto

Noch ein Tipp für diesen Strand: es gibt einen Abschnitt, an dem sich bei starkem Wind immer viele Kitesurfer tummeln, scheint ein echter Geheimtipp zu sein. Und dananch einen entspannten Aperitif in der Bar „La Zattera“, die an die Sansibar auf Sylt erinnernt.

Mehr Italien-Geheimtipps zum Thema: