Die Trattoria „Dai Bercau“ in Verduno, Piemont, gehört, wie schon berichtet, auch zu meinen absoluten Lieblingsplätzen im Piemont. Zum einen, weil Gianni, einer der Besitzer in der Küche immer wieder neue leckere Piemont Köstlichkeiten zaubert, zum anderen, weil Massimo, der im Restaurant das Sagen hat, die Gäste, vor allem die weiblichen, mit seinem Charme bezaubert. Aber nicht nur das, er ist auch super kompetent bei der Beratung der Weine und hat immer einen fröhlichen Spruch auf den Lippen.
In der Trattoria Dai Bercau, wie auch im Restaurant Ostu Di Djun, merkt man die Beliebtheit an den immer wieder kehrenden Stammgästen. Es ist uns schon oft im November so gegangen, dass wir mit unserer traditionellen „Piemont-Freundes-Gruppen-Trüffel-Reise“ am ersten Abend im Ostu Di Djun waren und am zweiten Abend dann in der Trattoria Dai Bercau. Und wir haben oft dieselben Gäste dort wiedergesehen, …war schon lustig. Auch hier kommen neben den vorwiegend schweizer und deutschen Gästen auch viele Einheimische aus der Gegend wegen der guten traditionellen Küche und der absolut fairen Preise. Auch im Restaurant Dai Bercau bekommt man keine Speisekarte, sondern nur eine Weinkarte, typisch Piemont eben.
Gianni ist ein begnadeter Koch, er hat sich vor vielen Jahren das Kochen selber beigebracht und hat aus seinem Hobby seinen Beruf gemacht. Er kocht neben den traditionellen Piemont Gerichten auch immer mal etwas Neues, Kreatives. Er probiert einfach gerne mal Gerichte aus, die ihm so in den Sinn kommen. So gab es beim letzten Mal als einen der mindestens 8 Gänge eine warme „Lasagne aus Birnenscheiben mit Gorgonzola“ abwechselnd geschichtet. War unglaublich lecker und toll hergerichtet. Gianni hatte die Portionen dann auf den Teller rund ausgestochen und serviert. Ein Gedicht auch für das Auge! Dies ist nur ein kleines kreatives Beispiel von seinen Kochkünsten.
Ansonsten gehören zu seinen typischen Piemont Spezialitäten die Tajarin oder Plin (typische Piemont Nudeln), die man natürlich zur Trüffel Zeit mit weißem Trüffel bekommen kann, mit Ragu oder Steinpilzsoße oder auch Gnocchi mit Fonduta (Käsesoße). „Plin“ sind kleine Nudeltaschen, ähnlich wie Ravioli, die in der Mitte eingeknickt sind (Plin auf italienisch bzw. „piemontesisch“ heißt Knick oder Falte).
Der Koch Gianni aus dem Dai Bercau ist besonders kreativ
Gianni zeichnet sich auch noch dadurch aus, dass er einer der ganz wenigen italienischen Bekannten von uns ist, vor allem, wenn sie aus dem Piemont kommen, die sich mal nach Deutschland gewagt und uns in Hamburg besucht haben. Irgendwann im März bekamen wir einen Anruf und die Frage, ob er nicht mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter mal ein paar Tage vorbeikommen könne. Etwas überrascht aber auch erfreut haben wir natürlich zugesagt und ihn dann zu uns eingeladen. Als wie ihn und seine kleine Familie dann Lübeck am Flughafen vom Ryanair Flug aus Bergamo abgeholt haben, waren alle sehr aufgeregt. Zum ersten Mal in Deutschland, mal sehen, was das so wird.
Und es wurden 3 tolle Tage an denen wir stolz unsere Hamburger Heimat gezeigt haben und in traditionellen Restaurants „Matjes“ mit Bratkartoffeln, oder Kartoffeln mit Sour Creme oder Panfisch und andere Köstlichkeiten, die er nicht kannte, gegessen haben.
Der Risotto von Gianni wird erst ganz zum Schluss gerührt, und ein ordentliches Stück Butter dazu gegeben
Einen Abend hat er in unserer Küche in Hamburg ein köstliches Mahl für uns als Dankeschön gezaubert. Es gab erst einen Risotto mit Gambas und danach herrlich knuspriges Schweinefilet. Was mich besonders gewundert hat und ich von ihm abgeguckt habe, er rührt den Risotto während er vor sich hinkocht nicht ein einziges Mal, sondern erst ganz zum Schluss, wenn er auch den Käse und ein großes Stück Butter untermischt wird gerührt. Das war für mich total neu, denn ich habe mal gelernt, dass man einen Risotto ständig rühren muss. Hat aber so gut geschmeckt, dass ich das nun auch immer so mache, da es auch viel bequemer ist 🙂 .
Das war alles super köstlich und ein sehr lustiger Abend. Am Ende, nach dem die Frau und ich schon total müde waren, sind Gianni und mein Mann weiter sitzengeblieben und haben über Gott und die Welt gequatscht. Ist mir heute noch ein Rätsel, wie das gelaufen ist, denn mein Mann kann eigentlich nicht so richtig gut Italienisch und Gianni kein Deutsch. Aber sicherlich haben die verschiedenen guten Barolo Weine, die er uns mitgebracht hat und die wir an dem Abend alle ausgetrunken haben, geholfen…
Wenn ihr auch mal dort vorbeikommt, dann grüßt Gianni oder Massimo ganz herzlich von mir (bellabionda 🙂 oder Regina).
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Liebe Regina,
ich habe vor kurzem zu meinem Vergüngen deine Internetseite entdeckt. Letztes Wochenende waren wir im Piermiont, habe in Bra übernachtet und deine Restauranttipps aufgenommen.. Am Freitag waren wir in der Osteria Boccondivino (Slowfood) und haben ein sensazionelles Trüffelmenü gegessen, dazu ein herrlicher Barolo und zum Abschluss Panna Cotta 🙂 ein Traum…!
Am Samstag waren wir im Dai Bercau in Verduno – du hast nicht zu viel versprochen, Gianni ist in der Tat begnadet – es gab viel verschiedes zu essen, unter anderem Tajarin mit weissem Trüffel.. Wir (Marco und ich)haben einen Gruß von dir ausgerichtet, und Massimo (der Charmeur) hat gestrahlt..
🙂
Liebe Grüße – und Danke!
Higi
Ach wie schön!!! Da schlägt mein Piemont Herz gleich höher. Ich bin auch übernächste Woche dort und kann es kaum erwarten, ich werde bestimmt wieder neue Tipps haben, aber Das „Bercau“ belibt mein Liebling und Stammrestaurant, neben dem „Ostu Du Djun“ 🙂 Bis bald. Regina P.S. Wenn ihr auch Tipps habt, nehme ich die gerne auf 🙂
Liebe Regina,
dank Deiner Empfehlung waren wir vergangene Dienstag im Dai Bercau. Das Essen, der Wein und das Ambiente war so toll, dass wir zwei Tage später sogar nochmal zu Massimo und Gianni gefahren sind. Die Jungs haben uns sofort wieder erkannt und haben uns behandelt wie alte Freunde. Für uns ist das Dai Bercau ein echtes Muss im Piemont, denn hier stimmt einfach alles und man bekommt ein perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis angeboten. Inzwischen ist der Laden so bekannt, dass ohne Reservierung eher gar nichts mehr geht. Leider ist die Trattoria inzwischen sehr touristisch überlaufen. Ich hoffe, die Jungs bleib auf dem Boden und behalten das heutige Niveau bei. Wir werden auf jeden Fall bei unserem nächsten Piemont-Trip wieder kommen!