Ein geschaeftlicher Termin in Bologna endet in einer VIP Geschichte


Typisch für mich, was mir heute wieder passiert ist. Ich war bei einem Bologna Universitaetsviertelmeiner talkyoo Kunden in Bologna zum Thema Telefonkonferenzen (darüber werde ich in einem meiner nächsten Artikel berichten, denn Bologna ist eine sensationell tolle Stadt). Ich hatte mich entschieden, mit dem Zug von Pontedera hin und zurückzufahren. Da ich diese Woche schon mit dem Auto in Mailand und Turin war, hatte ich einfach keine Lust mehr, mich wieder hinters Steuer zu setzen und nach Bologna zu fahren. Auch, wenn das nur knapp 1,5 Stunden Fahrt sind von Vicopisano.

Ich bin also morgens mit meinem Auto nach Pontedera zum Bahnhof gefahren, habe dort geparkt und bin dann mit der Regionalbahn für knapp 5 Euro (hin und zurück) nach Florenz gefahren, und von dort dann mit dem Schnellzug, dem Freccia Rossa, in nur 37 Minuten (für 28 Euro !!!! einfache Strecke) nach Bologna weitergefahren. Nach einem super interessanten Tag mit einem sehr netten Kunden, inklusive einem Mittagessen mit den berühmten Tagliatelle Bolognese, einer kleinen Stadtführung durch Bologna, bin ich dann abends um 18 Uhr wieder mit dem Schnellzug nach Florenz gefahren. Von dort wollte ich dann in die Regionalbahn in Richtung Livorno steigen, die in Pontedera hält. Leider aber stand auf allen Anzeigetafeln am Bahnhof Florenz eine Verspätung von 70 Minuten angeschlagen bzw. das verhasste Wort „cancelled“. Es herrschte große Verwirrung überall, keiner wußte, was los war, ob der Zug überhaupt fährt oder nicht, es gab keinen, der Auskunft geben konnte….italienisches Chaos pur.

Alle Bahnverbindungen nach Pontedera waren durch Unwetter blockiert

Neben mir hörte ich auf einmal einen Italiener mit einem anderen reden und dabei ist das Wort Pontedera gefallen. Ich spitzte meine Ohren und fragte nach, ob Sie auch nach Pontedera müßten und ob sie eine Idee hätten, wie wir dort hinkommen könnten. Auch sie wußten nicht, was los war. Der eine von den beiden Italienern rief dann seine Frau per Handy an und bat sie, ihn mit dem Auto abzuholen. Dann sahen wir plötzlich einen Zug auf dem Nebengleis stehen, der anscheinend nach Siena über Empoli fahren sollte. Empoli ist schon mal auf halber Strecke zwischen Florenz und Pontedera. Wir sind sofort in diesen schon völlig überfüllten Zug eingestiegen. Ich bat die beiden, mich einfach immer mitzunehmen, egal, wie wir nach Pontedera kommen würden, denn ich hätte ansonsten keine Ahnung, wie ich nach Hause kommen sollte. Das taten sie dann auch :-). Die Frau von dem einen netten Italiener hat uns dann in Pontedera mit ihrem kleinen Fiat 500 abgeholt und uns bis zum Bahnhof Pontedera mitgenommen. Super nett. Als wir dann ankamen, war ich so glücklich, dass ich mich irgendwie bei der Frau und ihrem Mann bedanken wollte, daher wollte ich ihnen meine gerade in Bologna gekauften traditionellen Tortellini Bolognese schenken. Sie wollten das Geschenk aber nicht annehmen, da sie eh am nächsten Tag in den Urlaub fahren würden.

Eine Big Brother Beruehmtheit aus der Toskana

Als sie dann abgefahren sind, fragte der andere Italiener, der noch mitgefahren war, ob ich denn nicht wüßte, wer der nette Italiener gewesen sei, der uns nun mitgenommen hat? Ich verneinte, keine Ahnung. Er erklärte mir dann, dass dies ein „berühmter“ Komiker aus dem italienischen Fernsehen sei, der vor einiger Zeit durch die TV Serie Big Brother (in Italien „grande fratello“ genannt) bekannt geworden sei und aufgrund von irgendwelchen Kommentaren über die Kirche, die er während der Übertragung geäußert hatte, rausgeflogen sei. Ein Skandal in Italien, da er sehr beliebt war. Er heißt Guido Genovesi und hat nun in Canale 50 in Italien seine eigene Show und ist beliebt und berühmt. Ich hatte keine Ahnung, musste dann aber in mich hineinlächeln, da ich gerade einem berühmten TV Star eine Packung Nudeln aus Bologna schenken wollte und ihn und seine Frau zum Abschied herzlich geküsst habe…. Hat schon was, oder? Ich muss aber sagen, diese nette Geschichte ist typisch für Italien. Man findet immer eine Lösung und irgendwie helfen sich alle gegenseitig, wenn es nötig ist. Nach dem anfänglichen Stress war ich versöhnt und hatte wieder einmal sehr liebenswerte, herzliche Italiener kennengelernt….und dann auch noch eine Berühmtheit.

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