Bahnfahren in Italien: neue Erkenntnisse auf dem Weg nach Mailand mit der Regionalbahn
18.07.2010 von Regina
unter Italienischer Alltag
Bisher bin ich immer mit der Bahn von Pontedera (Nähe Pisa, Toskana) über Florenz nach Mailand gefahren. Ich dachte bisher, dass das die beste und schnellste und einfachste Möglichkeit wäre. Ich bin mit dem Auto nach Pontedera gefahren, habe in der Nähe vom Bahnhof geparkt (meistens auf dem Piaggio Werksparkplatz) und bin dann mit der Regionalbahn nach Florenz gefahren (ca. 50 Minuten). Von Florenz gibt es dann einen Schnellzug (Eurostar – freccia rossa) über Bologna nach Mailand in nur knapp 2 Stunden. Diese Verbindung ist zwar sehr schnell, kostet aber insgesamt auch pro Strecke ca. 60 Euro in der 2. Klasse. Unglaubliche Preise, wenn man bedenkt, dass ich häufig für 9 Euro inklusive Steuern mit Ryanair von Pisa nach Lübeck fliege.
Italienische Regionalbahn ist wesentlich viel guenstiger als der Eurostar
Diesmal wollte ich ab Pisa mit der Bahn nach Mailand fahren und habe zum ersten Mal erfahren, dass es eine direkte Verbindung gibt. Diese dauert zwar knapp 4 Stunden und führt über La Spezia und Genua am Meer entlang (wunderschön anzusehen, vor allem im Sommer mit all den Segelbooten und bunten Strandliegen und -schirmen) nach Mailand. Und das Schöne an dieser Strecke ist nicht nur die Aussicht auf das Meer sondern auch der Preis, denn die Hin-und Rückfahrt zusammen von Pisa nach Mailand mit der italienischen Regional Bahn kostet mich jetzt 65 Euro. Insgesamt bin ich nun vielleicht 10-20 Minuten länger unterwegs als mit der Umsteigevariante über Florenz, zahle aber nur die Hälfte. Ich sitze gerade in dieser Bahn und sie ist extrem pünktlich, was ich von dem Schnellzug (freccia rossa) bisher nicht behaupten konnte. Warten wir mal ab, bis ich ankomme.
Bahnfahren in Italien ist immer ein Erlebnis
Bahnfahren in Italien ist wirklich ein Erlebnis. Pünktlich um 13 Uhr holen die Italiener ihre Lunchpakete, Kühlboxen, Panini-Tüten, Cola Dosen, Obstsalate und andere Köstlichkeiten heraus und machen ihre Mittagspause. Man kann danach fast die Uhren stellen. Es steigen dann immer leckere Gerüche in die Nase und ich bekomme auch Hunger. Inzwischen bin ich auch immer gut vorbereitet und habe meine selbstgemachten Panini (belegte Brötchen) und meine Flasche Wasser dabei. Aber mit der Professionalität der meisten Italiener, die sogar schon geschnittene Mozzarella Scheiben und Salatblätter, Pizza und Cracker dabei haben, kann ich natürlich nicht mithalten. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Ich werde berichten, ob der Zug pünktlich in Mailand angekommen ist.
Auf jeden Fall kann man sich in Italien entweder extrem günstig mit den Regionalbahnen (meist stickig und voll) oder extrem teuer mit den Schnellzügen (Eurostar „freccia rossa“, meist sehr sauber, modern, mit Stromanschluss, aber unterkühlt durch Klimaanlagen, und unbedingt vorher zu buchen) durch Italien bewegen. Etwas dazwischen scheint es nicht zu geben.
Ich genieße die Bahnfahrten immer sehr, denn dann kann ich in aller Ruhe arbeiten, mailen, schlafen, lesen, essen und Italiener beobachten….und unbedingt daran denken, dass die Bahnfahrkarte immer an einem der gelben kleinen Automaten am Bahnsteig entwertet werden muss.
P.S. Die Regionabahn ist auf die Minute pünktlich in Mailand am Hauptbahnhof eingefahren.


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2 Antworten to “Bahnfahren in Italien: neue Erkenntnisse auf dem Weg nach Mailand mit der Regionalbahn”Trackbacks
Finden Sie heraus was Andere über diesen Beitrag sagen...[...] morgens mit meinem Auto nach Pontedera zum Bahnhof gefahren, habe dort geparkt und bin dann mit der Regionalbahn für knapp 5 Euro (hin und zurück) nach Florenz gefahren, und von dort dann mit dem Schnellzug, [...]
[...] den Schaffner. Hier in Italien scheint es eher Gewohnheit zu sein und man findet sich damit ab, dass die italienische Bahn eben Verspätung hat. Das Positive ist, man kommt mit allen ins Gespräch und so vergeht die Zeit auch schneller. Das [...]