Vicopisano in der Toskana: sizilianischer Postbote und deutscher Muellmann
28.01.2010 von Regina
unter Italienischer Alltag
Meine zweite Heimat Vicopisano wird immer interessanter. Nachdem ich herausgefunden habe, dass der Briefträger auch der Bürgermeister ist und
aus Sizilien kommt, habe ich gestern erfahren, dass die Besitzerin des Cafes, wo ich morgens oft meinen Espresso trinke aus Sizilien kommt. Als ich dann aber heute auch noch die Müllmänner von Vicopisano kennengelernt habe, gab es die größte Überraschung für mich. Einer der beiden Müllmänner ist in Duisburg geboren und aufgewachsen und hat mich gleich auf Deutsch mit tiefsten Ruhrpott Slang angesprochen.
Dies ist wieder ein schönes Beispiel zum Thema italienische Männer (selbst, wenn sie in Duisburg geboren sind). Irgendwie geht es immer darum, dass doch die deutschen Frauen viel hübscher und netter und offener seien als die Italienerinnen. Dieses Argument höre ich von vielen meiner italienischen Freunde. Irgendwie sagen mir alle, dass die Italienerinnen so besitzergreifend seien und eifersüchtig und unflexibel und eher verschlossen.
I
ch persönlich habe das noch nicht so erfahren, meine italienischen Freundinnen sind eher offen und ich finde sie auch alle sehr hübsch… kann das also nicht verstehen… nur zum Thema „offen“ bin ich ihrer Meinung (siehe mein Artikel Fitnessstudio
).
Auch die beiden freundlichen Müllmänner konnten sich gar nicht mehr beruhigen über die deutschen Frauen und Deutschland als Land zu schwärmen und hier in Italien alles schlecht zu reden. Ich verstehe das immer nicht, denn zum einen hätten sie ja in Deutschland bleiben können, zum anderen liegt es aber wohl in der Mentalität der Italiener, sich einfach immer zu beschweren und zu lamentieren.
Italienische Maenner sind einfach anders
Aber am Ende siegt dann wohl doch immer noch die Vaterlandsliebe. Auf jeden Fall waren die beiden netten Müllmänner gar nicht mehr abzuwimmeln, denn sie wollten sich unbedingt mit mir zum Kaffee oder
Aperitivo in der Umgebung verabreden. Als ich dann aber Ausreden suchte und erzählte, dass am Wochenende mein Mann zu Besuch käme und ich daher leider keine Zeit hätte, wirkten sie zwar enttäuscht, gaben aber noch nicht auf. Der „Duisburg-Italiener“ kam mir dann noch kurz nachgerannt und wollte mir zum Abschied einen Kuss geben, den ich dann auch nur schwer abwimmeln konnte.
Manch einer mag jetzt sagen, typisch Italiener, alles Machos und Draufgänger,…vielleicht,…aber irgendwie machen sie das charmant. Und als Frau, besonders als blonde Frau, fühlt man sich immer als etwas Besonderes in Italien, wohlwissend, dass die Italiener immer so sind und jede blonde Frau so behandeln. Dennoch, mir hat es den Tag erfreut und ich bin dann fröhlich nach Hause gekommen.

