Restaurant La Grotta in der Toskana: ein unvergessliches Erlebnis im Weinkeller


Ich habe meine Freundin, die bei mir in der Toskana zu Besuch ist, so lange von frischen Steinpilzen vorgeschwärmt, dass wir dann gestern endlich in das Restaurant la Grotta in Buti gefahren sind. Dort gab es die letzten frischen Steinpilze in diesem Jahr (so Stefano, der Chef vom La Grotta). Wir haben sie dann im Salat roh gegessen und danach einen großen Teller frittierte Steinpilze. Das ist eine Spezialität im „La Grotta“. Dieses von außen recht einfach erscheinende Restaurant und Pizzeria ist ziemlich bekannt in der Gegend und auch in einigen Reiseführern erwähnt und gelobt.stolzer Stefano vom Restaurant La Grotta in Buti in seinem Weinkeller

Das liegt daran, dass die beiden Eigentümer Brüder im Jahr 2006 vom italienischen Gastronomie Verband eine Auszeichnung als beste Gastronomie Stätte Italiens bekommen haben. Dafür sind sie extra nach Rom gereist und haben mit verschiedenen italienischen Stars (oder Möchtegern Stars :-)) wie Valeria Marini etc. die begehrte Trophäe in Empfang genommen, und sich extra dafür in einen Anzug gezwängt.
Die Fotos dieses Events hängen im Eingangsbereich des Restaurants. Das „La Grotta“ ist die typische Kombination aus einer Pizzeria und einem Restaurant, aber das Sensationelle dort ist, dass man nicht nur eine tolle Pizza isst (natürlich aus dem Holzkohleofen) sondern auch die Nudel- und Hauptgereichte ein echter Traum sind. Und das alles zu super fairen Preisen. Meine Freundin hatte sogar noch einen Teller Tagliatelle mit weißen Trüffeln hinterher verdrückt, der nur 14 Euro gekostet hat. (Das bekommt man im Piemont nicht für den Preis).

Ein Weinkeller mit alten Spitzenweinen aus ganz Italien

Was ich aber eigentlich berichten wollte ist das Ereignis im Weinkeller. Nach dem Essen, wir waren inzwischen die letzten Gäste, kamen wir mit denWeinkeller vom Besitzer Restaurant La Grotta in Buti Toskanabeiden Brüdern ins Gespräch über Hamburg und Italien und Weine etc. Daraufhin meinte Stefano dann plötzlich, ob wir nicht mal seinen Weinkeller anschauen wollten, er würde direkt nebenan wohnen. Ich war begeistert… meine Freundin hatte ein komisches Gefühl und meinte nur: „das klingt ja wie Briefmarken Sammlung anschauen“ :-). Egal, dachte ich, denn ich kenne die beiden aus dem „La Grotta“ schon lange und fand es nur nett, dass er uns seinen Weinkeller zeigen möchte. Ich habe meine Freundin dann doch überreden können.

Ein Nobile di Montepulciano 1974 als Geschenk

Und in der Tat, der Keller beherbergt echte Schätze. Alte Brunello oder Nobile di Montepulciano Weine, die er selbst abgefüllt hat oder aus den 70er gelagerte Chianti, Barolo, Nobile etc. Alles mit dicker Patina Schicht, aber perfekt gelagert. Auf meine Frage, was er damit mache und ob er diese wertvollen Topweine auch hin und wieder mal probieren würde, sagte er nur: „nein, das ist nur ein Hobby, aber trinken würde ich die nicht.“ Ich konnte das nicht glauben, und auf einmal fing er an, mir Flaschen einzupacken und zu sagen, ich solle die doch mal probieren. Ich würde ja anscheinend etwas von Weinen verstehen und daher würde er sich freuen, wenn ich die Weine mitnehme und mal probiere. Und schon hatte ich 3 uralte Spitzenweine in einer Plastiktüte verpackt: einen Riserva Nobile di Montepulciano 1995, eine Chianti Classico wertvolle alte Weine von 1975 aus dem Weinkeller vom La Grotto in Butivon Castelgreve 1974 und einen Chianti von Santa Lucia von 1973.

Selbstgemachter Vin Santo aus dem La Grotta Restaurant

Ob die noch schmecken und trinkbar sind, weiß ich natürlich nicht, aber ich werde es versuchen und dann berichten. Ich war zumindest total gerührt von dem wertvollen Geschenk. Am Ende bekam ich dann noch eine Flasche von seinem selbstgemachten Vin Santo eingepackt. Jedes Jahr macht er selber etwa 90 Liter Vin Santo. Super professionell mit eigenem Etikett und kleiner Geschichte der Entstehung auf einem Liporello auf der Flasche. (Werde demnächst mal vom Vin Santo berichten.)selbstgemachter Vin Santo von Stefano aus der Pizzeria La Grotta Toskana



Es war wieder ein unvergessliches Erlebnis und bewies aufs Neue die Herzlichkeit der Menschen in dieser wunderschönen Gegend in der Toskana. Meine Freundin hat das alles etwas skeptisch beobachtet, da sie zum vorher einen zu viel Wein getrunken hatte und zum anderen eine zu lebhafte Phantasie an den Tag legte. Denn sie sah uns dort im Weinkeller schon eingeschlossen und…. wer weiß was…. Naja, keine Gefahr und keine Panik, es war alles harmlos und für mich sehr aufregend. Die Weine haben im Moment einen besonderen Platz in meiner Wohnung in Vicopisano!

P.S. Übrigens, das Retaurant „La Grotta“ vermietet auch Ferienwohnungen dirket in Buti, Toskana


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