Bahnfahren in Italien ist und bleibt ein Abenteuer


Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis, in Italien in die Bahn, sprich die Züge von trenitalia, zu steigen. Man weiß nie, wann und ob der Zug überhaupt fährt und ankommt. Auch, wenn die Preise beim Bahnfahren in Italien niedriger sind als in Deutschland, so ist doch die Ungewissheit des Reiseverlaufs immer ein zu beachtender Faktor.So sind wir z.B. heute mit der Bahn unterwegs von Pontedera nach Mailand. Umsteigen müssen wir in Florenz, haben dort aber laut Fahrplan knapp 30 Minuten Zeit. Der Zug in Pontedera ist super pünktlich abgefahren, und wir bekamen sogar einen perfekten Parkplatz direkt vor dem Bahnhof, ohne zu bezahlen (am Sonntag kosten die Parkplätze meistens nichts in Italien).

Öffentliche Parkplätze haben die blaue Markierung in Italien

Übrigens, zum Parken in Italien sind nur die blau markierten Plätze. Dort muss man dann entweder eine Parkuhr ins Auto legen oder ein Ticket am Automaten ziehen. Die gelben und weißen Linien sind Anwohnerplätze oder spezielle Parkplätze für Behinderte oder Einsatzfahrzeuge.

Also, die Bahn nach Florenz fuhr pünktlich in Pontedera ab, war nicht überfüllt, recht neu und sauber, alles also bestens…und sie kam auch pünktlich nach 45 Minuten in Florenz an. Die Weiterfahrt nach Mailand sollte laut Fahrplan um 10.19 Uhr sein, Gleis war noch nicht bekannt gegeben. Für die Abfahrzeiten und die Gleise gibt es große Anzeigetafeln in der Bahnhofshalle, die die Verspätungen oder Gleisänderungen relativ kurzfristig anzeigen. Auf dieser Tafel stand nun eine angekündigte Verspätung von 20 Minuten für unseren Zug nach Mailand (Milano Centrale), aber noch kein Gleis.trenitalia Bahnfahren in Italien

Schlau wie ich bin (dachte ich zumindest), bin ich an die Glaskästen gegangen, wo die Abfahrt- und Ankunftszeiten aller Züge inklusive der Gleise fest installiert stehen (so wie in Deutschland auch an den Bahnhöfen). Dort stand unser Zug für Gleis 10 angekündigt. Wir setzen uns also schon mal an das Gleis 10 auf eine Bank im festen Bewusstsein, dass wir ja nun aufgrund der Verspätung ein wenig länger warten müssten.

Kurzfristige Aenderungen bei trenitalia muss man immer einplanen

Nur so aus innerem Instinkt und weil ich Italien und das Bahnfahren in Italien ja bereits kenne, bat ich meinen Mann, doch noch mal nachzuschauen, ob es bei der Verspätung und dem Gleis wie angekündigt bleibe…und siehe da, er kam wieder und meinte, der Zug wäre schon da, u.z. auf Gleis 9. Es war 10.05 Uhr und der Zug stand also schon an einem anderen Gleis als angekündigt und das, obwohl er Verspätung haben sollte und dadurch erst um 10.39 Uhr von Gleis 10 abfahren sollte. Was nun? Und vor allem, was war jetzt mit der Verspätung? Vorsichtshalber sind wir schon mal in den Zug eingestiegen und waren gespannt, was nun passieren würde….und, der Zug fuhr pünktlich um 10.19 Uhr Richtung Mailand ab.

Es ist schon ein Wunder, wie Dinge in Italien funktionieren und dass sie überhaupt funktionieren. Ich denke nur immer an die armen Touristen, die die Sprache nicht verstehen und es nicht gewohnt sind, dass am Ende alles anders ist, als angekündigt und geplant…. Oder ist es genau das, was man an Italien so liebt 🙂 .

P.S.: Und nie vergessen, vorher das Bahn Ticket an den gelben Automaten abzustempeln. Übrigens, wer während der Bahnfahrt genau zuhört, kann neue Rezeptideen, Mode Tipps, Politikansichten etc. alles gratis erfahren, da die Italiener meist ohne Punkt und Komma während der Fahrt kommunizieren.

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