Piemont – ein Paradies für Feinschmecker


Wer ins Piemont fährt, hat sich entschieden ins Gourmet Paradies zu fahren. Wer nicht gerne isst und trinkt hat in dieser wunderschönen Region Norditaliens nichts zu suchen. Das Piemont, auch „piè dei monti“ (am Fuße der Berge übersetzt) ist hufeisenförmig von den hohen Gipfeln der Westalpen und dem ligurischen Apennin eingerahmt. Piemont WeinbergeDie Region ist nicht nur bekannt für die hervorragenden besten Rotweine (sorry, liebe toskanischen Freunde und ich bin nun mal auch kein Freund der französischen Tropfen), sondern auch für den weißen Alba Trüffel.

Neben dem weißen Trüffel ist die piemontesische Küche aber auch sehr abwechslungsreich und schmackhaft. Es gibt dort viele typische, traditionelle Gerichte, die es sonst nirgendwo in Italien gibt. Ein wenig spürt man auch noch den französischen Einschlag. Insbesondere die Antipasti wie „carne crudo“ („rohes Fleisch“ übersetzt, zu vergleichen mit unserem Mett, aber ganz pur angerichtet aus bestem Rindfleisch mit ein wenig Olivenöl und Zitrone, Salz und Pfeffer). Sehr lecker. Oder Peperoni ripieni (gefüllte Paprika mit Tuhnfischcreme oder nur einer Sardelle und Olivenöl).

Tagliarin al tartufo bianco-Spezialität im Piemont

tagliarin al tartufo bianco

tajarin al tartufo bianco

Als Nudeln sind ganz typisch die „Tagliarin“, die man nur im Piemont findet. Es sind dünne Bandnudeln, die meist frisch zubereitet sind und die Soße schnell aufsaugen. Diese Nudeln werden im Piemont meist mit „al ragu“ (mit Hackfleischsoße) gegessen oder aber nur mit Butter und weißem Trüffel drüber gerieben. Unvergleichlich. Die Küche des Piemont ist eher „casalinga“ (deftig, Hausfrauenart), aber passend zu den schweren edlen Rotweinen wie Barolo, Barbaresco, Barbera, Nebbiolo u.a.

Trattoria Dai Bercau in Verduno – kreative traditionelle Gerichte

Mein absolutes Lieblingsrestaurant, und nicht nur wegen der beiden sympathischen und auch charmanten italienischen Besitzer Gianni und Massimo, ist die „Trattoria Dai Bercau“ in Verduno. Gianni ist ein sehr kreativer Koch und ihm fällt immer was Neues ein, was er gerne mal ausprobiert. Massimo kümmert sich um die Gäste und gibt neben den hervorragenden Weinempfehlungen auch gerne Auskunft zur Gegend und kann sehr charmant flirten :-)… selbst mein Mann wird da ab und zu eifersüchtig 🙂 .

Es gibt keine Menu Karte, da Gianni das Menu täglich selbst kreiert und spontan zusammenstellt, und es gibt immer eine Vielzahl an italienischen Vorspeisen, Nudelgerichten, Hauptgerichten und Nachspeisen, die es alle zu probieren gilt. Man schafft es auch tatsächlich und mit viel Freude und Genuss, alles einmal durchzutesten.Trattoria dai Bercau, Piemont Die Trattoria ist sehr rustikal (wie oft in Italien fehlt es an richtig gemütlicher Einrichtung), aber die Wände sind wunderschön bemalt mit Motiven aus der Gegend, dem Langhe Tal. Im Vorraum sitzen oft einheimische ältere Männer, die nur zum Fernsehgucken oder Kartenspielen vorbeikommen. Daneben gibt es dann 3 kleine Räume, einen im Erdgeschoss und zwei im ersten Stock, die zur Hochsaison, d.h. im Oktober und auch November immer ausgebucht sind. Eine Reservierung, besonders zur Zeit der Trüffelmesse in Alba ist unbedingt zu empfehlen. Es lohnt sich in jedem Fall, den Ausflug nach Verduno zu Gianni und Massimo ins „Bercau“ zu machen.

Verduno liegt etwa 20-30 Minuten von Alba entfernt, mitten im Herzen des Langhe Tals. Im Sommer kann man im Bercau wunderschön im Innenhof sitzen. Wir haben schon oft tolle Barbera oder Barolo Empfehlungen von kleinen Weinbauern aus der Gegend von Massimo bekommen und daraus sind z.T. sogar gute Freundschaften entstanden. So z.B. der Produzent Renato und Milva Fenocchio aus Neive. Wir haben ihren Barbaresco zum ersten Mal in der Trattoria Bercau getrunken, sind dann direkt zum Weingut gefahren, und sind jetzt jedes Jahr bei ihnen zur Weinprobe. Einen tollen Wein machen die beiden in völlig eigener Regie und auf absoluter „Bio“ Basis. Auch ihr Dolcetto ist ein Genuss, Preis Leistung unschlagbar.

Nicht zu vergessen ist aber auch der Barolo von Alessandro und Gian Natale Fantino, Barolo und Barolo Riserva Alessandro Fantinoder um die 20 Euro kostet und einfach sensationell ist. Die letzten Jahrgänge lohnen sich alle. Die Preise in der Trattoria Bercau sind auch super fair, wir haben noch nie mehr als 30-35 Euro pro Kopf bezahlt (max.) incl. guten Rotweinen und mindestens 8 verschiedenen Gängen, natürlich ohne Trüffel. Den weißen Trüffel muss man dann je nach Saisonpreis und Menge dazu bezahlen.

Weitere Tipps folgen in den nächsten Tagen. Wer aber mehr aus dem Piemont erfahren möchte, kann auch meine anderen Berichte lesen. Ihr werdet schnell merken, das Piemont hat mein Herz erobert und die Menschen dort auch, ganz zu schweigen vom Essen und Trinken.

Übersetzungshilfe:

  • Dolci – Nachtisch (Süßes, genauer gesagt, spricht man „doltschi“ aus)
  • Carne crudo – rohes Fleisch
  • Peperoni – Paprika
  • Paese – Dorf
  • Trattoria – einfaches Restaurant
  • Tartufo bianco – weißer Trüffel
  • Tartufo estivo – Sommertrüffel (schwarz)
  • Casalinga – Hausfrau



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