Ein klassisches italienisches Arbeitsgespräch in Viareggio, Toskana…

Vor 3 Tagen hatten mein Liebster und ich ein Meeting mit einem potenziellen „Großkunden“ für talkyoo´s Telefonkonferenzen in Italien. Wir sind also pünktlich um 16 Uhr zu der angegebenen Adresse in Viareggio gefahren.

Wie wir am nächsten Morgen in der Presse gelesen haben, waren wir direkt in einem der Nebenhäuser am Bahnhof, wo das große Unglück mit der Gasexplosion passiert ist. Es war nur 6 Stunden später, kaum zu glauben, wie das Schicksal manchmal spielen kann.

Mein Mann hatte mich gebeten – da mein Italienisch besser ist – dass ich ihn kurz zu Anfang für sein outfit entschuldige, denn er hatte nur eine weiße Jeans mit Hemd an. Nachdem wir von unserem italienischen Gastgeber begrüßt wurden, habe ich mir dann aber die einleitenden Sätze geschenkt…

Denn unser potenzieller Kunde hatte eine enge schwarze Jeans mit einem ebenso engen schwarzen Hemd an, das dann auch noch relativ weit aufgeknöpft war und ein Goldkettchen aufblitzen ließ. Also, kein Grund, sich für das Aussehen meines Mannes zu entschuldigen, fand ich 🙂 .

Wie das in Italien so üblich ist, habe ich dann erstmal ein wenig „blumiges warm-up“ gemacht. Heißt, übers Wetter, über Vicopisano, über Hamburg, über meine Erfahrungen in Italien und den Vergleich zu Deutschland etc. gesprochen.

Mein Mann findet das immer unglaublich nervig und möchte sofort zum Punkt kommen. Er hat auch noch nicht begriffen, dass ein Meeting in Italien nie 1 Stunde dauern kann, sondern eher 2 und mehr (aufgrund des blumigen Einstiegs). Das muss einfach sein, und je weiter südlich man kommt, desdo mehr Zeit braucht man!

Wir haben uns dann vorgestellt, sind sofort auf das „Du“ gekommen und haben über den Hintergrund von talkyoo berichtet und die Idee und das Prinzip unserer Geschäftsidee mit  kostenlosen Telefonkonferenzen in Italien und den anderen Ländern.

Da er ein großes Vertriebsnetz, auch international, verantwortet und viele Telefonkonferenzen durchführt, war er hoch interessiert. Aber das erste, was er uns dann gefragt hat war: “Was habe ich denn davon, wie verdiene ich daran?“

Tja, das ist schwer zu Beginn, haben wir ihm erklärt, da wir ja das Produkt talkyoo -Telefonkonferenzen kostenlos anbieten, d.h. auch wir verdienen zu Beginn so gut wie nichts. Wir wollen damit zunächst den Markt besetzen und formen und dann nach einer Anlaufphase eventuell Kosten für bestimmte Funktionen verlangen.

Das hat er zwar verstanden, aber er würde doch gerne wissen, wenn er unser Produkt verwendet und in seiner Organisation promoted, was er davon habe

So ein Gespräch habe ich bisher noch nicht geführt, muss ich sagen, denn schließlich ist unser Produkt ja so gut und kostenlos, dass das ja für ihn und seine Firma schon Grund genug sein sollte…. Aber nein, Italy is different,…da muss doch auch noch was unter der Hand rausspringen!

Er hat dann sofort noch einen Freund angerufen, der wiederum eine Telefongesellschaft kennt und mit denen will er uns nun auch zusammenbringen, aber natürlich auch nur, wenn er was davon hat und auch der Freund am Telefon hat sofort dieselbe Frage gestellt… Puh! Aber so läuft es eben in bella Italia.

Nun müssen wir genau überlegen, wie wir damit umgehen, denn von „nichts“ auch noch was abzugeben, ist schwer, zumindest am Anfang. Wir werden sehen und haben ein weiteres Treffen verabredet.

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