Die Italiener und die Blondinen – Italy is different


Und wieder hat es sich bewahrheitet mit den Italiener und den Blondinen.

Schon als ich als Kind immer in den Sommerferien in  Italien war, fühlte ich mich als etwas Besonderes mit meinen langen blonden Haaren. Denn obwohl ich gerade mal erst 8 Jahre alt war, als ich das erste Mal mit meinen Eltern nach Italien gefahren bin – damals haben meine Eltern eine Kur mit Fango und Massage in Montegrotte Terme in den Colli Euganei gemacht – wurde ich immer von den Italienern auf Händen getragen und mir wurde auf der Straße hinterher gepfiffen. Sie haben mir immer eine Extra Portion Eis ausgegeben oder mir irgendetwas geschenkt und waren immer super süß zu mir.

Das hat sich im Laufe der Jahre kaum verändert. Ich bin seit meiner Kindheit jedes Jahr mindestens einmal nach bella Italia gefahren (meistens natürlich aus dem besagten Grund :-)) und immer haben mir meine blonden Haare einen besonderen Status verliehen. Ich war immer die bella Bionda aus Deutschland und mir wurden immer Komplimente gemacht.

Mit der Zeit habe ich gelernt, dass es wirklich nur die blonden Haare sind und dass Italiener da irgendwie einen Tick haben müssen. Denn selbst relativ hässliche Blondinen werden immer von Italienern umgarnt und umschwärmt und hinterhergerufen– Hauptsache die Haare sind blond. Und was ich auch schmerzlich lernen musste, oder besser gesagt mein ego, es sind wirklich nur die blonden Haare, denn die Italiener sind zu jeder Blondine so und pfeifen jeder hinterher.

Das ist ja sicherlich auch der Grund, warum es im italienischen Fernsehen nur Blondinen gibt (natürlich fast alle gefärbt) und warum die Friseure in Mailand sich damit hervortun, dass sie besonders aufs Blondieren spezialisiert sind.

So bin ich auch zu meinem Stammfriseur in Mailand gelangt, Davide bei Extro. Ein Freund meiner Freundin, die in Mailand lebt – wie sollte es auch anders sein, mal wieder nur durchs wer kennt wen. Also, dieser Davide ist berühmt in Mailand, weil er die ganzen TV Schönheiten blond färbt. Wenn ich zu ihm gehe, versucht er immer alles, um mir auch mal meine schönen blonden Haare noch zusätzlich aufzuhellen. Aber an mein Blond lasse ich keinen Italiener ran. Leider muss ich zugeben, dass mit zunehmendem Alter auch ich durch Strähnchen meinem Blond nachhelfen muss… aber was solls.

Zum Schneiden gehe ich aber immer gerne zu Davide bei Extro, wenn ich irgendwie in Mailand bin, da ist er ein echter Könner. Anfangs habe ich ihm versucht zu erklären, wie ich die Haare gerne geschnitten und geföhnt  hätte, aber das habe ich inzwischen aufgegeben, denn er macht es eh immer, wie er meint.

Da das Ergebnis bisher aber immer super klasse war, obwohl ich am Anfang sehr ängstlich dreinschaute, so sage ich inzwischen gar nichts mehr zu ihm, sondern lass ihn einfach machen.

Meistens schaut er dabei auch gar nicht richtig hin, sondern unterhält sich mit irgendwelchen italienischen Berühmtheiten, die neben mir sitzen. Die sehen wirklich immer klasse aus und man kann dabei genau beobachten, was gerade in ist und welches Thema man mitreden muss.

Sei es die neusten Prada oder Louis Vuitton Taschen oder welche Schuhfarbe und Marke gerade in Mailand hipp sind. Mailand ist sowieso die Stadt, wo man am besten sehen kann, was denn die nächsten 2 Jahre so IN sein wird, ob es die neusten Plateau Schuhe von Cesare Paciotti sind oder einfach nur schlichte Tods oder Hogan Schuhe.

Also, falls ihr mal dort vorbeischauen wollt, der Geheimtipp für einen guten Friseur in Mailand ist Davide bei Extro in der Corso Magenta 79.

Was ich aber eigentlich erzählen wollte zum Thema Blond ist folgendes: ich bin ja nun auch nicht mehr die ganz Jüngste  🙂 – zumindest nicht mehr 20 – aber immer noch wird ständig gehupt, wenn ich in meinem kleinen Mini Cabrio durch die Toskanische Landschaft düse.

Meistens sind es die italienischen LKW Fahrer, aber manchmal auch schnittige Jünglinge. Gerade heute auf dem Weg nach Pisa habe wieder zwei sehr nett aussehende Italiener ein Hupkonzert gestartet und zusätzlich noch eine Gruppe von Radrennfahrern (ein Nationalsport hier) irgend etwas gegrölt.

Oft rufen sie dann auch noch irgendeinen Spruch hinterher wie „bella Bionda Du bist die aufgehende Sonne“ 🙂 🙂 oder so ähnlich. Ich muss sagen, obwohl ich weiß, dass das wahrscheinlich genetisch veranlagt ist und ein natürlicher Reflex bei Italienern, so freue ich mich doch immer wieder darüber und fühle mich gleich viel besser und „begehrter“.

Das passiert mir in HH nicht, obwohl ich da auch oft mit meinem Smart Cabrio durch die Stadt düse, aber da hupt keiner (hat auch früher nicht) oder ruft „Hübsche Blondine“ hinter mir her. Ich finde das schade und es ist wieder ein schönes Beispiel für mich und mein „Italy is different“! Es folgen noch viele andere…


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